https://coverage.yugioh-card.com

Community Feature: Graz

17.05.2014 | 11:30 |

Üblicherweise denken – dies gilt insbesondere für deutsche Leser – wir bei größeren österreichischen Orten immer sofort an Wien. Selbstverständlich ist die österreichische Hauptstadt aufgrund ihrer Größe und Bedeutung im Rest Europas am besten bekannt, jedoch führt das mitunter auch zu Trugschlüssen. Beispielsweise ging ich immer davon aus, dass viele der erfolgreichsten österreichischen Spieler ebenfalls aus Wien kommen müssten. Ein Fehlschuss, wie euch dieser Artikel beweisen wird!

„Die besten österreichischen Spieler kommen alle aus Graz“, erklärte mir Claudio bereits, als wir uns an einem Tisch platzierten, um dieses kurze Interview zu führen. „Außer Peter“, ergänzte er dann jedoch noch geschwind (verweisend auf Peter Groß).

Tatsächlich gibt es gerechnet auf die Einwohnerzahl so einige gute Grazer Spieler: Neben Claudio Kirchmair kennt man auch außerhalb der Landesgrenzen noch Patrik Rieder, Philipp Bohar (der aktuell allerdings nicht mehr spielt) und dazu gesellen sich noch einige Spieler, die momentan auf dem Vormarsch sind, wie Nicolas Probst. „Leider spielt er immer Decks, mit denen er nicht gewinnt“, erläuterte mir Claudio, der dann auch noch näher ausführte: „Man sieht das häufiger – es gibt gute Spieler, die äußerst faire Decks spielen und dann nicht in die Tops kommen, während es auch einige weniger gute Spieler gibt, die sich der etwas gemeineren Decks bedienen und dann eben auch in die Tops kommen, was sich wiederum etas unfair anfühlt.“

 


Selbst Profis wie Patrik Rieder werden mitunter vor unlösbar erscheinende Aufgaben gestellt!

Selbst Profis wie Patrik Rieder werden mitunter vor unlösbar erscheinende Aufgaben gestellt!


 


Ich wandte mich dann Danijel zu, einem der regelmäßigen Spieler aus dem Laden. Ich wollte von ihm erfahren, wie es sein kann, dass viele der anderen Spieler noch nicht zu den Größen wie Claudio und Patrik aufgeschlossen haben.

Danijel: Viele von uns sind immer etwas zu langsam, wenn es um die Beschaffung der Decks kommt. Wenn sich jemand für ein Deck begeistern kann, beginnt er damit, sich die notwendigen Karten ran zu schaffen und mitunter sind sie die Decks dann schon wieder abgelöst, bis wir alles Notwendige für ein Deck zusammen haben.
Graz ist eben eine typische Studentenstadt und da wird man auch schnell mal ein wenig abgelenkt und kann sich dann nur schwer ausreichend auf Yu-Gi-Oh! konzentrieren.

 


Es ist aber schon so, dass ihr euch grundsätzlich einiges bei den erfolgreicheren Spielern abschauen konntet? Bevor Danijel antworten konnte, fiel ihm Claudio ins Wort:

Claudio: Meist ist es so, dass ich in der Folgewoche nach einem gewonnenen Turnier in den Laden komme und 50 % das Deck spielen, mit dem ich in der Vorwoche gewonnen habe!

 


Ein passendes Zitat, das ich hier gerne einstreue:
„Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung.“

Danijel bestritt sogleich die geäußerten Vorwürfe, doch bevor dies in eine politische Debatte abdriftete, stellte ich die nächste Frage: Ihr hattet auch erwähnt, dass ihr regelmäßig größere Veranstaltung durchführt?


Felix Klimann: Ich arbeite in der Spielzeugwelt Rieger-Puchebner und wir veranstalten neben einem wöchentlichen Turnier am Samstag auch alle größeren Events, die wir in die Hände bekommen können. So gibt es dann auch immer Regionals und Sneaks.
Wir haben zwar nicht die größte Community, aber alle sind mit Feuereifer dabei! Da wir auch noch einige der besten Spieler Österreichs bei uns vor Ort haben, fühlt es sich ein wenig wie eine Familie an. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass wir eine riesige Abwechslung haben, man kann sich unmöglich auf unser Metagame einstellen.

 


Die Grazer Community auf der Österreichischen Meisterschaft 2014!

Die Grazer Community auf der Österreichischen Meisterschaft 2014!


 


Reist ihr denn auch gemeinsam auf größere Events?

Danijel: Wir haben eine Gruppe von Stammspielern, die gemeinsam auf nahezu jede europäische Yu-Gi-Oh! Championship Series fahren. Wir testen dann im Vorfeld immer zusammen und planen dann auch die Anreise so, dass die Kosten von jedem einfach getragen werden können.

 


Ich bin gespannt, ob wir am Ende des heutigen Tages einen Grazer Meister krönen dürfen. Fragte man in die Runde von eben, so fiel die Antwort logischerweise recht eindeutig aus. In einem Punkt waren sich jedoch alle Österreicher hier einig, selbst die aus Wien und Salzburg: „Hauptsache, es gibt keinen deutschen Österreichischen Meister!“

Um euch zu beweisen, dass diese Chance durchaus besteht, werden wir uns in Runde 3 auch direkt einen Deutschen ins Feature Match holen: Pitai Meyer. Wir sind gespannt, ob der sich dann gegen die Lokalmatadoren beweisen können wird.