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Hinter den Kulissen – Deck Check

02.06.2019 | 9:33 |

Was macht so ein Schiedsrichter eigentlich? In dieser Artikelreihe stellt sich jeweils ein Mitglied des Teams vor und bietet einen Einblick in seine Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
In Teil 1 erzählt Kefen Weng, 19, aus Bochum, worauf es beim Deck Check ankommt und was den Posten besonders macht.
 
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Ich mache auf diesem Event zum ersten Mal Deck Check, es ist aber nicht schwer, rein zu kommen, weil es erfahrene Schiedsrichter gibt, die uns zur Seite stehen und alles ausführlich erklären.
 
Was mir gleich aufgefallen ist: Deck Check ist der einzige Schiedsrichterposten, bei dem man überwiegend sitzt. Manchmal, falls nach den Checks noch genug Zeit ist, gehen wir selbst auf den Floor und unterstützen die restlichen Schiedsrichter dort, die Hauptaufgaben sind aber in einem Nebenraum im Sitzen.

Eine Runde läuft für uns so ab: Wir suchen aus den Paarungen zufällige Tische heraus, in den späteren Runden vor allem im vorderen Bereich, sammeln dann die Decks der Spieler ein und überprüfen sie. Wir sind immer in Zweierteams: Einer sammelt die Decks ein, der andere sucht währenddessen die Decklisten heraus, dann checkt jeder ein Deck. Das soll in der Regel in 7 Minuten erledigt sein, was wir meistens auch schaffen.
 
Sobald der erste Check zu Beginn der Runde fertig ist, gibt es einen weiteren Check in der Mitte der Runde, bei dem wir uns einen Tisch auf dem Floor suchen, der gerade zwischen zwei Spielen ist. Sobald die Duellanten bereit sind und einander ihre Decks präsentieren, sammeln wir die Decks ein und bringen sie in einen abgegrenzten Bereich, wo wir dann die Decklisten heraussuchen und den Check durchführen.

Eine sehr wichtige Aufgabe haben wir auch schon vor Beginn des Turniers: Wir sortieren die Decklisten nach Namen, damit sie später gefunden werden können, und tragen diese in ein internes System ein, aus dem die Berichterstattung Statistiken und weitere Informationen bekommt.

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Beim Deck Check an sich überprüfen wir in erster Linie den Zustand der Hüllen, um Markierungen zu finden. Wir achten auch darauf, was sich sonst in der Deckbox befindet, um illegale “Austauschkarten” zu entdecken und ggf. entsprechende Spielstrafen zu verhängen. Anschließend gleichen wir die Deckliste mit dem Inhalt des Decks ab. Zusätzlich achten wir auf die Position der Karten in den Hüllen, um Markierungen durch herausgezogene Karten zu verhindern. Insgesamt geht es also darum, Karten zu suchen, die im gemischten Deck erkannt werden können, um einen unfairen Vorteil zu erlangen (was natürlich verboten ist), und natürlich muss das Deck auch der Deckliste entsprechen.

Deck Check macht mir auf jeden Fall Spaß, ich würde mich gerne wieder dafür bewerben. Es ist eine sehr interessante Aufgabe und ich kann jedem weiterempfehlen, sich einmal mit der Position vertraut zu machen, weil es eine tolle Abwechslung zum “normalen” Schiedsrichtern ist. Es hat nicht viel mit dem zu tun, was man sich üblicherweise unter “schiedsrichtern” vorstellt, aber es ist ein wichtiger Job, der nicht vernachlässigt werden sollte und der einen großen Einfluss auf das Turnier nehmen kann.