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Hinter den Kulissen – Floor Team Lead

02.06.2019 | 16:21 |

Was macht so ein Schiedsrichter eigentlich? In dieser Artikelreihe stellt sich jeweils ein Mitglied des Teams vor und bietet einen Einblick in seine Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
In Teil 3 haben wir hier Thanh Nguyen, 27, aus Tübingen, der als Floor Team Lead in einer der Führungspositionen des Schiedsrichterteams tätig ist.
 
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Ich bin dafür verantwortlich, dass der Floor läuft, indem ich die Schiedsrichter so verteile, dass alle Tische gut versorgt sind. Zu meinen Aufgaben gehört es, Pausen einzuteilen und für das Wohl meiner Schiedsrichter zu sorgen, außerdem bin ich erste Ansprechperson für Fragen der Schiedsrichter und Spielverlust-Strafen, die sie nicht alleine vergeben dürfen (ausgenommen für Verspätung).
Samstag früh leite ich für mein Team ein kurzes Briefing, in dem besprochen wird, wo unser Bereich ist, wer für Paper zuständig ist (ein Schiedsrichter aus dem Team wird zu Beginn der Runde für Aufgaben wie das Aushängen der Paarungen und Austeilen der Ergebniszettel abgezogen) und welche Aufgaben die Schiedsrichter genau haben. Am Ende des Turniers ist Feedback für alle Teammitglieder angesagt, das ich in Einzelgesprächen gebe. Während des Turniers stimme ich mich regelmäßig mit den anderen Team Leads und den Head Judges ab, z.B. um bedarfsgerecht Schiedsrichter auszutauschen, Crowd Control zu koordinieren, und vieles mehr.

Das hat dieses Mal sehr gut geklappt, das Team hat eine super Leistung hingelegt und Tag 1 in Rekordzeit abgeschlossen, wir waren vor 8 Uhr komplett durch mit den 8 Runden.

Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist es auch, den Fokus zu setzen für das Team (z.b. besonders auf Slow Play achten, oder Stalling, Preisabsprachen und Intentional Draw abfangen). Gerade gegen Ende der Vorrunden und an den vorderen Tischen, wenn es um alles geht, nehmen Player Management Situationen im Vergleich zu Regelfragen zu, dafür muss ich mein Team sensibilisieren. Wenn von den Head Judges etwas an alle Schiedsrichter kommuniziert werden soll, beispielsweise Informationen über getroffene Regelentscheidungen, die zur Wahrung der Einheitlichkeit alle mitbekommen müssen, läuft das über uns Team Leads: Die Head Judges informieren uns, wir geben es an unser jeweiliges Team weiter. Gestern war der Fall, dass ein zusätzlicher Schiedsrichter für Paper zugewiesen wurde, um Ergebniszettel schneller zu verteilen, das abzustimmen war dann auch mein Job. Falls alle Schiedsrichter beschäftigt sind, nehme ich auch selbst Calls an, der Idealfall ist aber, dass es nicht nötig ist und meine Schiedsrichter alles im Griff haben. Natürlich gibt es immer mal Momente, in denen es wirklich viele Anfragen gibt und ich einspringe, das ist aber eher die Ausnahme.

Wichtig für einen Team Lead ist, dass man sich auf das Koordinieren konzentriert, um ansprechbar zu sein und nicht in einer Spielerfrage gebunden zu sein, wenn man gebraucht wird. Eigene Pausen sollte man wahrnehmen und jederzeit auch auf sich selbst achten, damit man Hochleistung bringen kann. Das geht schnell unter wegen der Verantwortung, aber Zusammenbrechen wäre dann auch nicht gut. Ich finde es auch essenziell, neue Schiedsrichter gezielt zu unterstützen, weil die oft unsicherer sind und viele Fragen haben. Sie sollen mit Erfahrung raus kommen, ein gutes Gefühl dabei haben und wissen, dass immer jemand da ist, der sie unterstützt!

Wer selbst einmal Team Lead werden will sollte zeigen, dass man Verantwortung übernehmen kann. Kommunikation ist super wichtig, also Feedback annehmen und geben! Wer das konsequent macht und dabei bleibt, hat schon sehr gute Chancen.